Ausstellungsbeginn und Bläservesper -  Reformationsgedenken des Kirchenbezirks in Berlin eröffnet Koch Vortrag Zehlendorf Buettner komp

Am Sonntag, dem 12. Februar 2017, eröffnete der Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) seine Feiern zum 500-jährigen Reformationsjubiläum in den Räumen der Mariengemeinde in Berlin-Zehlendorf. Prof. i.R. Dr. Ernst Koch (Bild) aus Leipzig, emeritierter Honorar-Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und Gastdozent an der Lutherischen Theologischen Hochschule der SELK in Oberursel, hielt einen Vortrag zum Thema "Die Bibel - das Wort Gottes aus der Perspektive Martin Luthers". Luther, so Koch, sehe die Heilige Schrift als Anrede an den Menschen trinitarisch. Sie sei Wort des einen Gottes und doch auch stets das des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Durch die große Zahl Interessierter musste der Vortrag in die Kirche verlegt werden.

Im Anschluss wurde eine Buchausstellung unter dem Titel "Was bringt uns die Reformation nach 500 Jahren?" durch den emeritierten Bischof der SELK, Dr. Jobst Schöne D.D., Kirchglied der Zehlendorfer SELK-Gemeinde, eröffnet, indem er in die Ausstellung einführte. In vier Themenkreisen wird die Wirkungsgeschichte der Reformation in der Wanderausstellung entfaltet. Es geht anfangs um Martin Luther, den Mönch, Reformator und Lehrer der Kirche. Danach wird die Bibel herausgestellt, die Luther sprachgewaltig ins Deutsche brachte. Drittens schließen sich Publikationen zum Gottesdienst und zum Gesangbuch an. Sie stellen die gottesdienstliche Gemeinde vor. Schließlich wird die Lehre der lutherischen Kirche mit den Lehrschriften und Werken großer Theologen des 16./17. Jahrhunderts dokumentiert. Die Ausstellung im Foyer der Zehlendorfer Marienkirche ist noch bis zum 25. Februar zu sehen und wandert anschließend durch etliche Gemeinden des Kirchenbezirks.

Gottesdienstlich hatte die Mariengemeinde zuvor am Vormittag ihr jährliches Kirchweihfest gefeiert. In dem musikalisch reich ausgestalteten Festgottesdienst hielt Missionsdirektor Roger Zieger (Bergen-Bleckmar/Berlin) von der Lutherischen Kirchenmission der SELK die Predigt. Er stellte heraus, dass die Logik der Welt durch die Logik Gottes durchbrochen werde. Das österliche Auferstehungsgeschehen schaffe eine neue Wirklichkeit.

Am Samstag, dem 18. Februar, sind die Feierlichkeiten des Kirchenbezirks auch musikalisch im Rahmen einer Bläservesper eröffnet worden. Das Thema der Bläservesper war "Verleih uns Frieden gnädiglich". Im Zentrum stand als musikalische Bitte der Choral gleichen Namens. Die deutsche Textübertragung des alten Hymnus "Da pacem, Domine" und die Bearbeitung der Melodie einer anderen alten Hymnenvorlage stammen von Martin Luther. (MB/SN)

Auszeichnung für Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin-Steglitz Steglitz

Am 19. Januar wurde der Dreieinigkeits-Gemeinde Berlin-Steglitz der SELK auf dem jährlichen Symposium des Concordia Theological Seminary in Fort Wayne, IN (USA) das "Sabre of Boldness" verliehen. Mit der Auszeichnung wird der Mut der zahlreichen Flüchtlinge unter den Gemeindegliedern gewürdigt, den christlichen Glauben trotz aller Bedrohungen und Widerstände zu bekennen. SELK-Pfarrer i.R. Prof. Wilhelm Torgerson D.D., außerordentlicher Professor am theologischen Seminar der Lutheran Church Canada in St. Catharines (Kanada) nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen und berichtete von seinen Erfahrungen in der Steglitzer Gemeinde. (SN/MB)

Weltbewegende Hammerschläge - Reformationsmusical in Vorbereitung kirche Wilmersdorf

"Das waren Hammerschläge, die die Welt bewegten." - So heißt es in dem von Matthias Krieser, Pfarrer der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Fürstenwalde, komponierten Reformationsmusical "Der Hammer". Die Rede ist allerdings nicht unmittelbar von dem Thesenanschlag Dr. Martin Luthers, sondern von den Hammerschlägen auf dem Hügel Golgatha, als Christus ans Kreuz geschlagen wurde. Dennoch standen die Hammerschläge an der Tür der Schlosskirche in Wittenberg am 31. Oktober 1517 (https://de.wikipedia.org/wiki/95_Thesen) in direktem Zusammenhang mit jenen auf Golgatha 1.500 Jahre zuvor.

Der Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg lädt zu Aufführungen dieses Reformationsmusicals ein, in dem in witzig-spritziger Weise, aber dennoch mit viel Tiefgang an das Thema der Reformation herangeführt wird, denn dass es dem Augustiner-Mönch Luther um nichts anderes ging als um das Evangelium von Jesus Christus, wird in dem Reformationsmusical nach und nach entfaltet. Eine Laienschauspielgruppe, "Die Hammertruppe", probt es unter der professionellen Leitung von Yella Burggaller und freut sich über viele Zuschauer bei den Aufführungen im Reformationsjubiläumsjahr 2017.

Warum ein Reformationsmusical? Ein Musical bietet den Darstellenden und den Zuschauenden die Möglichkeit, auf mehreren Ebenen zu kommunizieren: durch Gesang und Musik, durch Darstellung und durch Sprache. Durch die Kombination aller drei Mittel wird auch dieses Musical zu einem sehens- und hörenswerten Erlebnis.

Am Himmelfahrtstag 2017, 25. Mai, soll die Uraufführung im Rahmen des 36. Deutschen Evangelischen Kirchentages in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Zum Heiligen Kreuz (SELK) in Berlin-Wilmersdorf stattfinden. Eine weitere Aufführung findet am darauffolgenden Tag, 26. Mai, statt. Beide Aufführungen beginnen um 20 Uhr. Im September und Oktober wird das Musical auch in Dresden, Leipzig und Fürstenwalde aufgeführt. (SN/MB)

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Projektes: www.reformationsmusical.de

Fragwürdige "Glaubensprüfungen" von christlichen Flüchtlingen - Interview mit Pfarrer Dr. Gottfried Martens Pfarrer Dr Martens b komp

Immer wieder klagten die christlichen Flüchtlinge aus der Evangelisch-Lutherischen Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin-Steglitz, die vom Islam zum christlichen Glauben konvertiert sind, über die Willkür bei den Anhörungen, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) durchführten, sagt Pfarrer Dr. Gottfried Martens im Interview mit selk.de, der Internetpräsenz der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK). Die Praxis der Befragungen habe sich in den letzten Monaten geändert. Das BAMF habe viele neue Anhörerinnen und Anhörer eingestellt, die in Schnellkursen von wenigen Wochen ausgebildet würden. In den Befragungen prüften sie die Ernsthaftigkeit der Konversion zum christlichen Glauben - sehr oft, ohne selbst Kenntnisse davon zu haben. Auch die Übersetzungen seien oft falsch und bis ins Absurde verzerrt. Entsprechend fehlerhaft fielen die Protokolle aus, in denen die Flüchtlinge oft kaum das wiedererkennen würden, was sie in der Anhörung gesagt haben. "Ein strukturelles Problem besteht darin, dass man im BAMF seit einiger Zeit die Funktion der Anhörer/innen und Entscheider/innen voneinander getrennt hat", so Martens. Die Entscheidungen über die Asylanträge würden nun von Menschen getroffen, die nur aufgrund der Protokolle entscheiden, ohne den Menschen, um den es gehe, jemals gesehen zu haben. Viele treue und engagierte Glieder seiner Gemeinde seien dadurch von ablehnenden Entscheiden betroffen, berichtet der engagierte Gemeindepfarrer. Die ausführlichen seelsorgerlichen Bescheinigungen, die er für die Gemeindeglieder schreibe, würden in vielen Fällen überhaupt nicht zur Kenntnis genommen.

Er wünsche sich, so Martens, dass im BAMF überhaupt erst einmal eine Sensibilität für die geschilderten Probleme erkennbar werde. "Dies würde bedeuten, dass das BAMF mit den christlichen Kirchen in einen Dialog darüber eintritt, was es da eigentlich in seinen ,Glaubensprüfungen' tut - was angemessen ist und was nicht." (SN/MB)

Das vollständige Interview findet sich hier: http://www.selk.de/index.php/top-themen/glaubenspruefung

"Bahnhofs-Wartehalle auf dem Weg in die Ewigkeit" - Weihe des neuen Gemeindesaals in Steglitz Steglitz Weihe

Am 2. Adventssonntag, den 4. Dezember 2016, wurde der neue große Gemeindesaal der Dreieinigkeits-Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Berlin-Steglitz durch SELK-Bischof Hans-Jörg Voigt D.D. (Hannover) geweiht. Fast 500 Gemeindeglieder, Taufbewerber und Gäste aus verschiedenen Berliner Gemeinden waren zuvor zum Gottesdienst gekommen, in dem Bischof Voigt mit Bezug auf die Ankündigung der Zerstörung des Tempels in Jerusalem in der Predigtlesung dieses Sonntags über "Mobilien" und "Immobilien" gepredigt und das nunmehr erweiterte Gemeindezentrum als "Bahnhofs-Wartehalle auf dem Weg in die Ewigkeit" beschrieben hatte. Nach dem Gottesdienst erfolgte die Weihehandlung, die, wie auch der Gottesdienst selbst, zweisprachig auf Deutsch und Farsi vorgenommen wurde. Anschließend fand das große gemeinsame Mittagessen, das in der Gemeinde an jedem Sonntag angeboten wird, zum ersten Mal in dem neuen Gemeindesaal statt, nachdem es in den letzten Monaten sonntags jeweils draußen im Freien eingenommen werden musste, weil die alten Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten.

In seinem Grußwort nach dem Essen sprach Bischof Voigt darüber, was für eine Glaubensstärkung und was für ein Segen die farsisprachigen Christen für die SELK seien. Gemeindepfarrer Dr. Gottfried Martens brachte seinen Dank für die geistliche und praktische Unterstützung für die Arbeit der Dreieinigkeits-Gemeinde durch die Gesamtkirche und auch die Kirchenleitung der SELK zum Ausdruck. Er dankte den Mitgliedern des Bauausschusses Thomas Fricke und Andreas Stauber in besonderer Weise für den von ihnen geleisteten Einsatz.

Die Zahl der Gemeindeglieder der Dreieinigkeits-Gemeinde in Berlin-Steglitz hat sich seit ihrer Selbstständigwerdung im Jahr 2015 auf fast 1.500 mehr als verdoppelt. Darum wurde nun der neue, 180 m² große Gemeindesaal als Anbau an die Kirche errichtet, der künftig für die gemeinsamen Mittagessen ebenso zur Verfügung steht wie für viele weitere Gemeindekreise und -veranstaltungen. Neben der Errichtung des neuen Gemeindesaals wurde auch der Altbau mit dem Kirchraum und den Gemeinderäumen seit letztem Jahr grundlegend saniert. Als letzter Bauabschnitt ist nun noch der Einbau einer größeren Küche und eines weiteren Schlafraums im Bereich des alten, kleineren Gemeindesaals vorgesehen.

Bischof Voigt äußerte sich gegenüber selk_news tief beeindruckt von der Arbeit der Steglitzer Dreieinigkeits-Gemeinde und von Pfarrer Dr. Martens: "Als im Gottesdienst die Gemeinde das Nizänische Glaubensbekenntnis sehr laut und kräftig selbstbewusst auf Farsi anstimmte, hat mich das sehr angerührt. Man muss sich dabei deutlich machen, dass dieses Glaubensbekenntnis als ökumenisches Bekenntnis von allen Christen auf der ganzen Welt gebetet und bekannt wird." Umso mehr erschütterten ihn die Berichte, die ihn derzeit von den Asylanerkennungsverfahren nicht nur aus Berlin, sondern auch aus anderen SELK-Gemeinden erreichten, sagte Voigt. "Die Glaubensunterweisung, die Pfarrer Martens den Taufbewerbern gibt, ist ausgesprochen tiefgehend und gründlich. Wenn dann die gläubigen Christen zum Beispiel nach den Namen der beiden Söhne aus dem Gleichnis vom Verlorenen Sohn gefragt werden, dann ist das in jeder Hinsicht unsachgemäß, da die Namen von der Heiligen Schrift nicht genannt werden", erklärte Voigt. Wenn man christliche Asylbewerber nach der Krankheit frage, an der Luther gestorben sei, dann wüssten darauf nicht einmal Kirchengeschichtler eine Antwort. Dies Beispiele seien protokolliert und belegbar. Es sei ein eklatanter Verfassungsbruch, wenn staatliche Behörden sich in die Deutungshoheit der christlichen Kirchen über den Glauben einmischten. Offensichtlich gelte nicht mehr das "Wir schaffen das!" der Bundeskanzlerin, sondern ein stillschweigendes "Wir schieben sie ab!" der Behörden, meinte Voigt aus Anlass seines Besuches. (SN/MB)

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